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Formel 1 zwischen Mikrochip und Wasserpumpenzange

Wer heute an Formel 1 denkt, hat sofort Bilder von Ingenieuren vor riesigen Monitoren, Telemetrie in Echtzeit und Mechanikern mit Drehmomentschlüsseln im Kopf, die wahrscheinlich mehr kosten als früher ein Mittelklassewagen.

Fabian P. Wiedl und Tom Schwede
Von Fabian P. Wiedl und Tom Schwede
02. August 2026 2 Minuten Lesezeit
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BMW Motor aus der Formel 1
Dieser Schnappschuss entstand im Rahmen des Großen Preis von Deutschland 1983. Es zeigt einen Brabham BMW mit damals modernster Motorentechnik und einen Mechaniker mit einer simplen Wasserpumpenzange. Ein herrlicher Widerspruch der Turbo-Formel-1. (Foto: Archiv Wiedl)

1983 sah die Königsklasse anders aus. Und gleichzeitig überhaupt nicht. Denn unter der Motorhaube dieses Brabham arbeitete einer der faszinierendsten Rennmotoren seiner Zeit: der BMW M12/13. Ein 1,5-Liter-Vierzylinder, dessen Wurzeln bis in die frühen 1960er-Jahre zurückreichten und der dennoch zu den modernsten Triebwerken der Formel 1 gehörte.

Digitale Motorsteuerung, elektronische Kennfelder und Turboaufladung ebneten den Weg für Leistungen, die im Qualifying schon bald die magische Grenze von 1.000 PS überschreiten sollten. Während die meisten Familienautos noch mit Vergaser oder bestenfalls einer mechanischen Einspritzung unterwegs waren, programmierte BMW bereits Bits und Bytes.

Und dann fällt der Blick auf den Mechaniker.

In seiner Hand liegt eine Zange. Es ist jedoch keine Spezialzange aus Titan. Und auch kein exklusives BMW-Motorsport-Sonderwerkzeug oder gar eine futuristische Hightech-Ausrüstung. Stattdessen ist es eine ganz gewöhnliche Wasserpumpenzange. Und so erinnert dieses Foto, dass die Formel 1 damals trotz aller Technik noch herrlich bodenständig war.

Man konnte Motoren entwickeln, die ihrer Zeit um Jahre voraus waren. Aber wenn irgendwo schnell etwas festzuhalten, zu lösen oder geradezubiegen war, griff eben doch jemand zur Wasserpumpenzange. Vermutlich zu genau derselben, mit der zu Hause das tropfende Waschbecken repariert wurde.

Vielleicht verklären wir die 1980er-Jahre manchmal ein wenig.

Aber sie hatten einen Charme, den der heutige Perfektionismus nie wieder erreichen wird. Damals standen digitale Motorsteuerung und Wasserpumpenzange ganz selbstverständlich nebeneinander. Und niemand wäre damals auf die Idee gekommen, darin einen Widerspruch zu sehen.

Heute würde wahrscheinlich erst eine Arbeitsgruppe prüfen, ob die Wasserpumpenzange überhaupt den Corporate-Design-Richtlinien des Teams entspricht. Und falls ja, wäre sie selbstverständlich aus Carbon. Für 2.800 Euro. Mit FIA-Homologation.


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