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Lamborghini Countach
Lamborghini Countach beim Grand Meeting 2026 (Foto: Fabian P. Wiedl)

Vom Schnellsportwagen bis zum XJ220: Die Highlights des Grand Meeting 2026

Zwischen Moderation und Motorensound bleibt kaum Zeit für einen Rundgang über das Grand Meeting. Dafür rollen die automobilen Highlights direkt vor der „Dackelhütte“ vorbei. Drei Fahrzeuge sind mir besonders in Erinnerung geblieben: der Auto Union Typ 52, der skurrile Alamagny und der legendäre Jaguar XJ220. Ein persönlicher Rückblick mit den schönsten Bildern vom Grand Meeting.

Tom Schwede
Von Tom Schwede
03. August 2026 5 Minuten Lesezeit

Als Moderator an der Rundstrecke des Grand Meeting bin ich sicherlich befangen. Schließlich verbringe ich das ganze Wochenende von morgens um 9 bis 18 Uhr in der „Dackelhütte“, wie wir Sprecher unsere kleine Sprecherkabine liebevoll nennen. Der Vorteil: Ich darf stundenlang über historische Automobile reden und bin ihnen dabei so nah, dass ich ihnen beim Vorbeifahren fast liebevoll aufs Dach tätscheln könnte – sofern sie eines haben. Der Nachteil: Vom übrigen Veranstaltungsgelände bekomme ich kaum etwas mit.

Denn das weitläufige Areal auf dem Rittergut Birkhof, das im Alltag eine Golfanlage ist, lässt sich zwischen den Moderationen kaum erkunden. Nur morgens auf dem Weg zur Strecke und abends beim Verlassen des Geländes erhasche ich einen kurzen Eindruck von dem, was das Grand Meeting abseits des Rundkurses noch zu bieten hat. Deshalb beschränkt sich mein persönlicher Rückblick auf die Fahrzeuge, die tatsächlich den Rundkurs unter die Räder genommen haben.

Auto Union Typ 52 – Wie ein Traum nach neun Jahrzehnten Wirklichkeit wurde

Mein erstes Highlight war der Auto Union Typ 52. Der legendäre Schnellsportwagen blieb fast neun Jahrzehnte lang ein Traum auf dem Reißbrett. Dann ließ die Audi Tradition den Entwurf nach historischen Plänen als fahrfähiges Einzelstück entstehen. Das Fahrzeug verbindet die Technik der legendären Silberpfeile mit einer eleganten Karosserie für drei Personen und zeigt eindrucksvoll, welche Visionen die Ingenieure der Auto Union bereits in den 1930er-Jahren hatten.

Auto Union Type 52

Der Schnellsportwagen Auto Union Type 52 vor dem Start

Ihn nicht nur im Stand, sondern tatsächlich fahrend zu erleben, war etwas ganz Besonderes. Zumal der Auftritt des Typ 52 beim Grand Meeting seit der Vorstellung 2024 in Goodwood erst der zweite fahrende Auftritt überhaupt war. Nach der viel umjubelten Weltpremiere vor zwei Jahren zeigte die Audi Tradition dieses Schmuckstück zunächst „nur“ statisch. Beim Grand Meeting wich die Audi Tradition von dieser Linie ab und zeigte, warum ein Auto ein Fahrzeug und kein Stehzeug ist.

Der Alamagny von 1948: Das wohl ungewöhnlichste Auto des Wochenendes

Fast genauso viel Aufmerksamkeit zog der Alamagny von 1948 auf sich. Wer ihn zum ersten Mal sieht, muss unwillkürlich zweimal hinschauen. Vorder- und Hinterwagen wirken nahezu identisch. Man fragt sich unweigerlich, in welche Richtung das Auto eigentlich fährt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die ungewöhnliche Anordnung der vier Räder: Es gibt in der Mitte eine Achse mit zwei außen stehenden Rädern. Dazu gibt es – je nach Betrachtung – jeweils ein gelenktes und alleinstehendes Vorder- und Hinterrad.

Alamagny von 1948

1947 entwarf der ehelige Renault-Ingenieur Marcel Alamagny dieses ungewöhnliche Auto.

Das verleiht dem Wagen eine eigenwillige Silhouette. Der Alamagny entstand, als Konstrukteure nach dem Zweiten Weltkrieg viele technische Wege neu dachten. Materialknappheit, Improvisation und Erfindergeist führten zu Fahrzeugen, die sich bewusst von den bekannten Konventionen lösten. Der Alamagny gehört zweifellos zu diesen automobilen Exoten. Er wirkt gleichzeitig skurril und faszinierend. Genau deshalb bildete sich an der Strecke immer wieder eine Menschentraube, sobald er seine Runden drehte.

Jaguar XJ220: Supersportwagen der 1990er

Mein drittes Highlight war der Jaguar XJ220. Er ist eine Zeitmaschine zurück in die frühen 1990er-Jahre. Damals war der XJ220 der Traumwagen einer ganzen Generation. Er schmückte Kinderzimmerwände als Poster, war Titelheld unzähliger Autozeitschriften und galt mit seiner Höchstgeschwindigkeit von über 340 km/h als schnellstes Serienauto der Welt. Damit war der Sportwagen, den Jaguar in Zusammenarbeit mit TWR, dem legendären Rennteam von Tom Walkinshaw, auf die Straße brachte, auf dem direkten Weg in den Sportwagenzenith.

Jaguar XJ220

Der Jaguar XJ220 entstand als Idee einiger Jaguar Ingenieure. TWR leitete von dieser Idee das Serienfahrzeug ab.

Doch dass Jaguar den ursprünglich angekündigten V12 durch einen aufgeladenen V6 ersetzte, sorgte für Diskussionen und kratzte von Anfang an am Mythos. Darüber ging fast unter, welche Faszination der XJ220 versprüht. Noch heute besitzt der XJ220 eine unglaubliche Präsenz. Seine flache Karosserie wirkt selbst neben modernen Supersportwagen spektakulär, und wenn der Biturbo-V6 auf dem Rundkurs beschleunigt, klingt das immer noch nach einer Zeit, in der Supersportwagen keine Fahrmodi und riesigen Displays brauchten, um Eindruck zu hinterlassen.

Das Grand Meeting war großartig

Denn es sind genau solche Fahrzeuge, die Veranstaltungen so besonders machen. Sie erzählen Geschichten, die kaum jemand kennt, und erinnern daran, dass Automobilgeschichte weit mehr ist als Ferrari, Porsche oder Mercedes-Benz. Einen Supersportwagen wie den Jaguar XJ220 nicht in einem Museum oder auf einem Concours d'Elegance zu sehen, sondern in Bewegung zu erleben, ist Oldtimer-Faszination pur. Ich weiß, natürlich hatte das Grand Meeting weit mehr zu bieten als diese drei Fahrzeuge.

Doch da mein Platz den größten Teil des Tages in der „Dackelhütte“ war, sind genau diese Begegnungen die Eindrücke, die mir von einem erneut gelungenen Wochenende auf dem Rittergut Birkhof besonders in Erinnerung bleiben. Aber zum Glück war mit Fabian ein weiterer AutoNative auf dem Gelände unterwegs. Während ich in der „Dackelhütte“ saß, zog Fabian mit der Kamera über das Veranstaltungsgelände und fing Eindrücke ein, die mir verborgen blieben. Eine Auswahl seiner Bilder haben wir deshalb diesem Artikel als Galerie beigefügt.

Fotos: Fabian P. Wiedl

Bilder vom Grand Meeting 2026

Bonomelli Bizzarrini Porsche 910 Spyder
Bonomelli Bizzarrini Porsche 910 Spyder
Achtzyinder des Bonomelli Bizzarrini Porsche 910 Spyder
Motor des Bonomelli Bizzarrini Porsche 910 Spyder
Ford GT40
Ford GT40
Innenraum des Auto Union Typ 52
Innenraum des Auto Union Typ 52
V16 des Auto Union Typ 52
V16 des Auto Union Typ 52
Traktor von Porsche
Traktor von Porsche
Mercedes G 280
Mercedes G 280 von Jacky Ickx und Claude Brasseur
Toyota Celica
Toyota Celica auf dem Rundkurs
Alfa Romeo 2600 Sprint
Alfa Romeo 2600 Sprint
Lola T371 bzw. Hill GH1
Hill GH1 – Formel 1 von 1975
Früher Land Rover
Früher Land Rover
Toyota Celica
Toyota Celica der Gruppe B aus der Rallye-WM
VW Bus Camper
VW Bus Camper
DKW Motor
DKW Motor
Lancia Rally 037
Lancia Rally 037
Porsche 356A mit modifizieren Heck
Porsche 356A mit modifizieren Heck
Auto Union Typ 52
Schnellsportwagen Auto Union Typ 52 auf dem Rundkurs
Alamagny
Alamagny
Maserati Quattroporte (werksintern: Tipo AM 107)
Maserati Quattroporte (werksintern: Tipo AM 107)
Bugatti Type 41, auch Bugatti Royale
Bugatti Royale (werksintern Bugatti Type 41)
Voisin
Voisin: Idee von Gabriel Voisin
Alle Bilder lassen sich mit einem Klick aufs Bild vergrößern.

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