
Bereits seit 1979 bot die BMW M GmbH einen BMW M535i an. Das Fahrzeug der Baureihe E12 wurde mit dem 218 PS starken 3,5-Liter-Reihensechszylinder bestückt. Als Homologationsmodell für den Motorsport konzipiert, sollte der 5er mit diesem Aggregat in der Tourenwagen-Europameisterschaft zum Einsatz kommen. Zwei Jahre zuvor hatte BMW mit dem 530i die 24-Stunden von Spa gewonnen. Übrigens mit einem Fahrzeug, das Thorsten Babon von der Firma Servizio Corse in Solingen kürzlich restaurierte.
Zur Saison 1982 änderte die FIA die Zulassungsregeln für den Tourenwagensport. In der neuen Gruppe A war der Nachweis von 5.000 in zwölf Monaten gebauten Exemplaren notwendig. Das war mit dem M535i nicht zu schaffen. Vom ersten M535i waren in 2 ½ Jahren gerademal rund 2.000 Exemplare entstanden. In der ab 1981 angebotenen Baureihe E28 wurde der BMW M535i daher zu einer Ausstattungsvariante. Die üppigen Spoiler und Schweller waren schon damals nicht jedermanns Geschmack.
Es gab Kunden, die sich einen dezenten und trotzdem sportlichen 5er wünschten. Und BMW lieferte. Auf der Amsterdamer Auto Show präsentierte BMW den ersten BMW M5. Anders als beim M535i kam der M ohne das umfangreiche Spoilerpaket daher. Stattdessen gab es nur vergleichsweise dezente Front- und Heckspoiler. Dazu kamen ein Sportfahrwerk und eine größere Radreifenkombination.
Doch das Herz war der Zylinderkopf aus dem BMW M1
Vierventiltechnik, zwei obenliegende Nockenwellen, Benzineinspritzung und eine Einzeldrosselanlage – das war Renntechnik pur. Anders als im M1 kam im M5 jedoch der Motorblock des bewährten M30 zum Einsatz. Das führte dazu, dass der M88/3 im BMW M5 über einen etwas längeren Hub als der M88 im BMW M1 verfügt. Neben Kostengründen spielte auch eine Rolle, dass das Großserienaggregat bei den BMW-Werkstätten bekannt war. Das sollte die Wartung in der Fläche garantieren.

Mit 286 PS war der erste BMW M5 damals die schnellste Limousine der Welt. Beschleunigte in 6,1 Sekunden von null auf 100 km/h, war 251 km/h schnell. Gebaut wurde der erste BMW M5 bis Ende 1987 nur auf Bestellung. In Handarbeit entstanden die M5 bei der BMW M GmbH in der Münchener Preußenstraße bzw. im letzten Produktionsjahr in der Daimlerstraße in Garching. Die Fahrzeuge für den US-Markt entstanden teilweise auch im BMW-Werk Rosslyn in Südafrika.
Zum 30. Geburtstag der Baureihe stellte BMW vor einigen Tagen das Sondermodell BMW M5 „30 Jahre M5“ vor. Mit 600 PS mehr als doppelt so stark wie sein Ur-Vater zweifelsfrei ein faszinierendes Auto. Doch es bleiben Zweifel, ob der aktuelle M5 in 30 Jahren als genauso bahnbrechend angesehen wird, wie heute der erste BMW M5.
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