Thema: Alfa Romeo in der Formel 1

Alfa Romeo gehörte 1950 zu den ersten Herstellern, die sich der Herausforderung der neuen Formel-1-Weltmeisterschaft stellten. Mit den Titeln 1950 und 1951 sowie zehn Grand Prix Erfolgen schrieb der Autobauer Geschichte und zog sich anschließend zurück. In den Rennwagen einiger Privatfahrer kehrten zumindest Motoren aus Mailand gut zehn Jahre später in die Formel 1 zurück. Und mit der Ära der Dreilitermotoren wagte sich auch das Werk wieder in die Königsklasse.

1968 scheitert ein Engagement bei Cooper nur knapp. Doch Anfang der 1970er-Jahre kauft sich der Autobauer mit seinen Motoren bei McLaren und March ein. Ab 1976 rüsteten die Italiener Brabham mit ihren V12-Motoren aus. Das Ergebnis waren zwei weitere Grand Prix Siege. Von 1979 bis 1985 kehrt das Werk auch als Hersteller in die Königsklasse des Motorsports zurück. In dieser Zeit vollzieht Alfa Romeo den Schritt vom Saugmotor zum Turbomotor. Wieder entsteht ein ungewöhnlicher Motor. Denn mit acht Zylindern tritt sonst in der Formel 1 kein anderer Turbo an.

Fotos zu Alfa Romeo in der Formel 1

Auch für die folgende Ära der V10-Motoren entsteht in Mailand ein Motor. Doch Alfa Romeo geht finanziell die Luft aus. FIAT kauft 1986 den Autobauer als Mailand. Der neue Mutterkonzern hat wenig Lust, zwei Konzernmarken gegeneinander rennen zu lassen. Deshalb steht der Alfa Romeo V10 nie in der Formel 1 am Start. 2018 kehrt Alfa Romeo zumindest als Sponsor in die Königsklasse zurück. Sollte daraus tatsächlich eine technische Partnerschaft erwachsen, dann war Alfa Romeo nur in der Ära der 2,5-Liter-Motoren (1952 bis 1960) nicht in der Königsklasse vertreten. In allen anderen Epochen war Alfa Romeo sonst in der Formel 1 vertreten, wie unsere Aufstellung zeigt.

Wann war Alfa Romeo in der Formel 1 aktiv?

  • 1950 und 1951 gewinnt das Werksteam zehn Rennen. Dazu fährt Alfa Romeo mit Giuseppe Farina und Juan Manuel Fangio zweimal zum WM-Titel.

Mit diesen Erfolgen ist Alfa Romeo die dominierende Marke der Ära der 1,5-Liter-Kompressormotoren. In der Epoche der 2,5-Liter-Saugmotoren tritt Alfa Romeo allerdings nicht in der Formel 1 an. Erst nach der Reduzierung des Hubraums auf 1,5-Liter kehren zumindest Motoren von Alfa Romeo in die Königsklasse zurück.

  • 1961 treten zwei De Tomaso mit einem Vierzylinder von Alfa Romeo in Monza an. Doch weder der Rennwagen der Scuderia Serenissima noch der Werkswagen aus der Isobele de Tomaso sehen die Zielflagge.
  • 1962, 1963 und 1965 tritt das südafrikanische Team LDS mit einem eigenen Rennwagen beim Heimrennen in Eat London an. Im Heck sorgt ein Vierzylinder von Alfa Romeo für Vortrieb. Sechs Nennungen gibt es bei den drei Rennen. Zwei Zielankünften stehen zwei Ausfälle und zwei Nichtqualifikationen gegenüber.
  • 1962 rückt beim Grand Prix von Südafrika auch Mike Harris mit einem Cooper T53 Alfa Romeo aus. Doch bei seinem einzigen Grand Prix fällt der Südafrikaner aus.
  • 1963 und 1965 tritt beim Grand Prix von Südafrika auch Peter de Klerk mit einem Alfa Romeo Special an. Doch auch der Südafrikaner sieht mit seinem unter der Bewerbung Otello Nucci an den Start gebrachten Eigenbau nur einmal die Zielflagge.
  • 1965 tritt auch Ray Reed in Südafrika im Heck seines RE genannten Cooper-Umbaus mit einem Alfa-Motor an. Der Grand Prix Pilot aus Rhodesien fällt aus.

Nach der Umstellung auf die Dreilitermotoren 1966 hat Alfa Romeo einen passenden Motor im Angebot. Denn der V8 des Sportwagens Alfa Romeo Tipo 33 lässt sich auf den passenden Hubraum aufbohren. Das ist nicht ungewöhnlich. Denn auch der erfolgreiche Repco-Motor stammt von einem Serientriebwerk ab. Doch ein Alfa-Engagement bei Cooper scheitert vor dem ersten Rennen. Dafür treten zeitweise McLaren und March mit dem Sportwagenmotor aus Mailand in der Königsklasse des Motorsports an.

  • 1968 plant Alfa Romeo die Lieferung von Motoren an Cooper. Doch der Test mit dem extra gebauten Cooper 86C bewegt das Team zum Rückzug.
  • Stattdessen setzt 1970 McLaren ein drittes Auto mit dem V8 von Alfa Romeo ein. Am Anfang ist für Alfa-Werksfahrer Andrea de Adamich sogar der Sprung in die Startaufstellung schwierig.
  • Nach nur einem Jahr zieht Alfa Romeo daher zu March weiter. Jetzt kann sich de Adamich immerhin regelmäßig qualifizieren. Doch Punkte oder gar Siege sind auch bei March mit dem Sportwagen-Motor nicht möglich. Alfa Romeo stellt das Projekt ein, um sich auf die Marken-Weltmeisterschaft zu konzentrieren.
  • 1976 bis 1979 tritt Brabham mit V12-Motoren aus Mailand an. Zunächst kommt ein V12 mit einem Zylinderwinkel von 180 Grad zum Einsatz. Zwei Siege gelingen der britisch-italienischen Allianz mit diesem Motor. Doch die Aerodynamik diktiert einen schmaleren Motor. 1979 baut Alfa Romeo für Brabham den passenden Motor. Trotzdem bricht Brabham-Chef Bernie Ecclestone vor dem Ende des Jahres den Vertrag und tritt in Canada und den USA mit dem Cosworth-V8 an.
  • 1979 bis 1982 kehrt Alfa Romeo mit seinem Werksteam Autodelta in der Formel 1 als Hersteller zurück. Dem Team gelingen Achtungserfolge. Doch im Werk ist das Geld längst knapp. Daher zieht sich Autodelta Ende 1982 aus der Königsklasse zurück.

Trotzdem bleibt Alfa Romeo auch beim Übergang von den Dreiliter-Saugmotoren auf die 1,5-Liter-Turbos in der Königsklasse vertreten. Alfa Romeo übertrag den Werkseinsatz dem privaten Euroracing Team. In Mailand entsteht ein 1,5-Liter-V8 mit Turboaufladung. Das ist ein ungewöhnliches Layout. Denn BMW, Hart und Zakspeed vertrauen auf Reihenvierzylinder. TAG, Honda, Motori Moderni (wo Ex-Alfa-Mitarbeiter Carlo Chiti das Sagen hat), Renault und Ford setzen V6-Motoren ein.

  • Ab 1983 tritt Euroracing für Alfa Romeo als Werksteam an. Das private Team übernimmt das gesamte Material von Autodelta.  Mit Sponsoren wie Marlboro und Benetton wirkt das Team solide finanziert. 1983 gelingt Platz sechs in der Konstrukteurs-WM. Ein Jahr später fährt Alfa auf Platz acht. Doch selbst Techniker wie Gérard Ducarouge oder Gustav Brunner halten den Niedergang nicht auf. 1985 gewinnt Alfa Romeo keinen Punkt. Acht magere Zielankünfte stehen 24 Ausfällen gegenüber. Alfa Romeo zieht den Stecker und beendet nach der Saison die Zusammenarbeit.
  • 1983 bis 1988 liefert Alfa Romeo dem Team von Enzo Osella die Motoren. Im ersten Jahr tritt Osella mit dem V12 aus Mailand an. Ab 1984 vertraut Osella auf den 1,5-Liter-V8-Turbo des Mailänder Autobauers. Dazu hilft Alfa Osella beim Chassisbau. Der Osella FA 1/F basiert auf dem Alfa 183T. Als Alfa Romeo 1988 die Ergebnisse von Osella peinlich sind, heißen die Motoren Osella V8.

Fotos: Alfa Romeo (5) und Lothar Spurzem (March 711)

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