Eric Broadley (* 22. September 1928) gründete 1958 und zusammen mit seinem Cousin Graham Broadley den Rennwagenhersteller Lola. Bereits zwei Jahre zuvor hatte der gelernte Architekt mit dem Bau des „Broadley Special“ im „750 Motor Clubs“ für Aufsehen gesorgt.

In kurzer Zeit etablierte Broadley die Firma Lola als anerkannten Rennwagenbauer. Nach zwei Sportwagen folgte 1960 mit dem Lola Mk2 der erste Formel-Rennwagen. Broadley wusste, dass sich mit der neu gegründeten Formel Junior ein interessantes Geschäftsfeld auftat. Nur zwei Jahre später rüstete Lola mit dem Bowmaker Racing Team erstmals ein Team in der Königsklasse des Motorsports aus. Beim nicht zur Formel-1-Weltmeisterschaft zählenden Rennen in Mallory Park konnte John Surtees bereits im Debütjahr den ersten Formel-1-Sieg für Lola einfahren.

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Eric Broadley (links) 1972 mit dem Rennfahrer Peter Gregg

In den kommenden Jahren bauten Eric Broadley und Lola immer dann ein Auto für eine Fahrzeugklasse, wenn sich dort Geld verdienen lies. So gab es bei Lola bald Rennwagen für die Formel 3, Formel 2, die USAC Indy Car-Serie oder die Formel 5000. Dazu entwickelte Lola eine eigene Sportwagen-Linie für die CanAm-Serie. Zudem unterstützte Eric Broadley Ford auf Vermittlung von Walter Hayes beim Bau des legendären Ford GT40.

1967 kehrte Lola zudem als Chassis-Partner von Honda in die Formel 1 zurück. Doch dieser Markt war für Lola eigentlich immer zu klein. Das Konzept von Eric Broadley sah vor, von einem Fahrzeug größere Stückzahlen zu bauen und an Kunden zu verkaufen, als das in der Formel 1 möglich war. Eric Broadley wusste, dass der Betrieb eines Werksteams eine teure Angelegenheit ist. Bereits 1967 und 1970 kam deshalb ein eigenes Formel-1-Engagment nicht über das Planungsstadium hinaus.

Eric Broadley zog die Lust aufs Geschäft der Formel 1 vor

Stattdessen lieferte Eric Broadley lieber Fahrzeuge Mitte der 1970er Jahre an das Team von Graham Hill. Und konzentrierte sich weiter auf den Bau von Fahrzeugen für Nachwuchsklassen wie die Formel VW oder die Formel Atlantic. Im Amerika wurde Bradley mit den Typen T506 und T506B einer der Lieferanten für die Malibu Grand Prix Renner. Dazu entstanden auch Fahrzeuge für die Formel 3000 und die amerikanische CART-Serie oder Sportprototypen für die Gruppe 6 und die Gruppe C.

1987 kehrte Eric Broadley als Chassis-Lieferant von Larrousse-Calmels erneut in die Formel 1 zurück. Nach dem Ende dieser Partnerschaft rüstete Lola 1993 für ein Jahr die BMS Scuderia Italia mit einem Formel-1-Fahrzeug aus. Doch das Kerngeschäft blieb die Serienfertigung von Rennwagen für andere Fahrzeugklassen. Gut möglich, dass Eric Broadley dieses Geschäft heute noch betreiben würde. Auch wenn das Unternehmen in der Formel 3000 (heute GP2) und der Formel 3 in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre an Bedeutung verlor.

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Eric Broadley (rechts) 1997 bei der Vorstellung des Lola T 97/30

Als Antwort stieg Eric Broadley 1997 mit fast 70 Jahren doch noch als Teamchef in die Formel 1 ein. Mit dem Geld des Finanzunternehmens Mastercard entstand in nur vier Monaten der Lola T 97/30. Das Auto basierte im Wesentlichen auf einem zwei Jahre alten Entwurf, der keinen Kunden gefunden hatte. Statt eines Windkanaltests vertraute Broadley auf Computersimulationen.

Das Debüt beim Saisonauftakt in Australien ging kräftig in die Hose. Die Piloten Ricardo Rosset und Vincenzo Sospiri verpassten mit großem Abstand die Qualifikation. Sponsor Mastercard erklärte den sofortigen Rückzug aus dem Projekt. Und Lola blieb auf Schulden in Höhe von rund sechs Millionen Pfund sitzen. Im Zuge des Konkursverfahrens verkaufte Eric Broadley sein Unternehmen an den Rennfahrer Martin Birrane und betrieb stattdessen in London einen Limousinen-Service.

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