Am 21. August 1926 meldete die wenige Wochen zuvor gegründete Daimler-Benz AG ihr neues Markenzeichen beim Patentamt an. Es vereinte den bekannten Mercedes-Stern der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit dem Lorbeerkranz von Benz & Cie. sowie den Schriftzügen „Mercedes“ und „Benz“. Damit entstand eines der bekanntesten Markenzeichen der Automobilgeschichte, das bis heute die Fahrzeuge von Mercedes-Benz ziert.
Die Entstehung dieses Emblems war die logische Folge der Fusion von Benz & Cie. aus Mannheim und der Daimler-Motoren-Gesellschaft aus Untertürkheim. Beide Unternehmen hatten ihre Zusammenarbeit bereits 1924 in einer Interessengemeinschaft vorbereitet. Am 25. April 1925 ließen sie bereits die Wortmarke „Mercedes-Benz“ schützen. Mit der Gründung der Daimler-Benz AG am 28. und 29. Juni 1926 erhielt die neue Marke schließlich ein gemeinsames Signet.
Der Stern entstand lange vor Mercedes-Benz
Die Geschichte des Mercedes-Sterns beginnt allerdings deutlich früher. Nach dem Tod Gottlieb Daimlers erinnerte sich dessen Sohn Paul Daimler an eine Postkarte, auf der sein Vater das Wohnhaus der Familie mit einem dreizackigen Stern markiert hatte. Der Stern sollte einst über dem Haus leuchten und der Familie Glück bringen.

Diese Erinnerung griff die Daimler-Motoren-Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Am 24. Juni 1909 ließ sie sowohl einen drei- als auch einen vierzackigen Stern als Warenzeichen eintragen. Der vierzackige Stern spielte anschließend keine Rolle mehr. Der dreizackige Stern wurde dagegen zum Erkennungszeichen der Marke.
Bereits 1910 erschien der Stern erstmals auf den Kühlern der Fahrzeuge. Noch handelte es sich um einen einfachen blauen Stern ohne Kreis. Erst 1916 erhielt das Emblem den heute vertrauten Ring. Auf ihm standen der Markenname „Mercedes“ sowie vier kleine Sterne als dekorative Elemente.
Warum der Stern drei Zacken hat
Der dreizackige Stern symbolisierte den Anspruch der Daimler-Motoren-Gesellschaft, Motoren für alle Verkehrswege zu bauen. Seine drei Spitzen standen für den Einsatz zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Denn damals bot das Unternehmen damals Antriebe für Automobile, Boote und Luftschiffe beziehungsweise Flugzeuge an. Damit unterstrich das Firmenlogo den technischen Anspruch des Unternehmens, auf allen Gebieten des Motorenbaus tätig zu sein.
Der Lorbeerkranz von Benz
Auch Benz & Cie. verfügte bereits vor dem Zusammenschluss mit der DMG über ein eigenes Markenzeichen. Das Unternehmen verwendete seit 1903 den Firmennamen „Benz“ als Wortmarke. Ab 1909 umgab ein Lorbeerkranz den Schriftzug. Er erinnerte an die motorsportlichen Erfolge der Marke und verlieh dem Emblem eine klassische, repräsentative Wirkung.

Als Daimler und Benz 1926 ihre Unternehmen vereinten, lag es deshalb nahe, beide Symbole miteinander zu kombinieren. Der Mercedes-Stern wurde in den Lorbeerkranz eingefügt, ergänzt um die Schriftzüge „Mercedes“ und „Benz“. Dieses Markenzeichen meldete die Daimler-Benz AG am 21. August 1926 offiziell an. Das Grundprinzip des Logos blieb seitdem unverändert.
Ein Emblem mit großer Beständigkeit
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Erscheinungsbild mehrfach modernisiert und grafisch an den Zeitgeist angepasst. Das führte zu einer Vereinfachung. Dazu zog der Stern mehrfach um. Zunächst wanderte er vom Kühler in die Mitte des Kühlergrills, fand dann seiner Position als aufgesetzte Figur auf der Motorhaube.
Dennoch blieb die Kombination aus dem dreizackigen Stern und dem Namen Mercedes-Benz stets erhalten. Damit zählt das 1926 geschaffene Markenzeichen zu den langlebigsten und bekanntesten Unternehmenssymbolen der Automobilgeschichte. Es verbindet bis heute die Tradition der beiden Automobilpioniere Carl Benz und Gottlieb Daimler mit der Marke Mercedes-Benz.
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