Heute gehören sind Live-Übertragungen von Sportereignissen selbstverständlich. Während die großen Events zunehmend im Pay-TV laufen, sind kleinere Veranstaltung oft sogar kostenlos im Internet zu sehen. Zu den ersten Motorsport-Veranstaltungen, die auf Live-Übertragungen von der Strecke setzten, gehörten die 500 Meilen von Indianapolis.
Schon 1922, gerade einmal elf Jahre nach dem ersten Rennen im „Nudeltopf“, sendeten die beiden lokalen Rundfunkstationen WOH und WLK erste Live-Updates und Berichte vom Rennen. Doch schon sechs Jahre später übertrug das Netzwerk NBC zum ersten Mal landesweit die letzte Stunde des Rennens live. Doch erst 1953 gab es – immer noch im Radio – die erste „Flag-to-Flag“-Übertragung, also des ganzen Rennens von Start bis Ziel ohne Unterbrechung.
Das Fernsehen brauchte etwas länger, um den „Brickyard“ zu erobern.
Zwar gab es 1949 und 1950 beim Lokalsender WFBM-TV (heute WRTV) erste Live-Schaltungen. Doch anschließend untersagte die Veranstalter die Live-Übertragung im lokalen Fernsehen für Jahrzehnte. Sie hatten Sorge, die Zuschauer könnten zu Hause bleiben. Bei diesen Sendungen nutzte WFBM-TV übrigens nur drei Kameras, die an der Zielgeraden standen.
Diese Blackout-Regeln sorgen nebenbei dafür, dass das Radio über Jahrzehnte die primäre Quelle für Fans blieb. Denn auf der Mattscheibe gab es jahrzehntelang nur Zusammenfassungen. Wer das ganze Rennen live sehen wollte, der vor Ort sein oder eines der Kinos besuchen, die das Rennen (ähnlich wie beim heutigen Public Viewing) live zeigten. Die Closed-Circuit-Kinoübertragungen gab es ab Mitte der 1960er Jahre.
1986 gab es die erste Live-Übertragung in (fast) den ganzen USA
Erst 1986, zum 70. Jubiläum des Rennens, gab es bei ABC die erste landesweite Live-Übertragung des Rennens. Allerdings blieb das Rennen in der Region Indianapolis weiterhin nur zeitversetzt („tape-delayed“) zu sehen. So blieb den Zuschauern in Indiana wenigstens erspart, David Hasselhoff beim Singen der Nationalhymne „ertragen“ zu müssen. Das Rennen gewann Bobby Rahal.
In den folgenden Jahren entwickelte sich das Indy 500, ähnlich wie der Superbowl in den USA zu einem nationalen TV-Highlight. Und unabhängig davon strömen jedes Jahr weiter mehr als 300.000 Zuschauer an die Strecke. Das Fernsehen hatte keinen wesentlichen (negativen) Einfluss auf die Entwicklung der Zuschauerzahlen. Trotzdem wurde die lokale Blackout-Regel erst zur 100. Austragung im Jahr 2016 aufgehoben.
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