Auf einer Landstraße in der Nähe von Guildford verunglückte am 22. Januar 1959 Mike Hawthorn bei einem Unfall im Straßenverkehr tödlich. Der Brite verlor die Kontrolle über seinen Jaguar und prallte gegen einen Baum.

Motorsport ist gefährlich. Ende der 1950er-Jahre wohl sogar noch etwas mehr als in der Gegenwart. Denn heute gehören zum Sport Überlebenszellen aus modernen Verbundwerkstoffen, am Rand der Strecken gibt es großzügige Auslaufzonen. Früher saßen die Piloten dagegen in zerbrechlich wirkenden Autos und fuhren auch auf der Rundstrecke teilweise durch ein enges Spalier der Zuschauer. Unfälle gehörten im Motorsport deshalb lange zum Tagesgeschäft. Trotzdem schockte der Unfall von Mike Hawthorn 1959 auch die Hartgesottenen. Denn mit Hawthorn verstarb der damals aktuelle Formel-1-Weltmeister.

Der Weg in den Motorsport war vorgezeichnet!

Mike Hawthorn wuchs im südwestenglischen Farnham auf. Sein Vater Leslie betrieb in der südenglischen Kleinstadt eine Autowerkstatt. Die von Hawthorn Senior betriebene „The Tourist Trophy Garage“ war zu ihrer Zeit ein bekannter Tuner von Riley-Sportwagen. In seiner Freizeit nahm Leslie Hawthorn regelmäßig an Motorradrennen auf dem nahen Brooklands-Kurs teil. Kein Wunder, dass sich auch der Sohn früh für Motorsport begeisterte.

Doch während des Zweiten Weltkriegs war noch nicht daran zu denken, selbst aktiv zu werden. Stattdessen überflogen regelmäßig deutsche Bomberverbände auf dem Weg nach London den Süden Großbritanniens. Immer wieder wurde der jugendliche Mike am Himmel Zeuge der Luftschlacht um England. Es gilt heute als sicher, dass der Krieg Hawthorn Junior traumatisierte. Bis zu seinem Tod hegte Mike Hawthorn eine tiefe Abneigungen gegen alles, was irgendwie mit Deutschland zu tun hatte.

Motorsport-Debüt mit 21 …

1950 trat Mike Hawthorn bei Sportwagen-Rennen mit einem von seinem Vater präparierten Riley an. Dabei traf Hawthorn auch auf Peter Collins und Stirling Moss, die zu diesem Zeitpunkt als die besten Nachwuchsrennfahrer ihrer Zeit galten. Der Neueinsteiger bewies Talent und hielt am Steuer seines Riley sofort mit diesen etablierten Piloten mit. Das beeindruckte die Beobachter an der Strecke, die Mike Hawthorn nach ersten Erfolgen bald „Farnham-Flyer“ tauften.

Doch anders als Collins und Moss trat Hawthorn zunächst nicht in Monoposto an. Während Collins und Moss sich in der „Autosport F3 Championship“ für höhere Aufgaben empfehlen, sorgt Mike Hawthorn zunächst ausschließlich im Sportwagen für Aufsehen. Denn bereits im zweiten aktiven Jahr gewann Mike Hawthorn mit seinem Riley einige überregional bedeutende Sportwagen-Rennen und sitzt deshalb bald auch im Einsitzer. Beim Oster-Meeting 1952 in Goodwood tritt der „Farnham-Flyer“ erstmals in einem Formel-2-Rennwagen an.

1952 ist die Formel 2 die Königsklasse

Das ist gewagt, weil Mike Hawthorn damit praktisch direkt in die Autos einsteigt, die auch in der Automobil-Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen. Denn nach dem überraschenden Rückzug von Alfa Romeo Ende 1951 aus der Königsklasse mottet die CSI der FIA die Rennwagen der Formel 1 praktisch über Nacht ein. In den Jahren 1952 und 1953 schreibt die FIA ihre damals noch junge Weltmeisterschaft stattdessen für Fahrzeuge der Formel 2 aus.

Cooper Bristol T20 von 1952
Mit so einem Cooper Bristol T20 von 1952 stieg Mike Hawthorn 1952 in die Formel 2 und Automobil-Weltmeisterschaft ein. (Foto: Tom Schwede)

Hawthorn tritt in Goodwood mit einem Cooper-Bristol T20 an. Den Einsatz finanziert mit Sponsor Bob Chase ein enger Freund der Familie. Dass der Sechszylinder von Bristol auf einer Konstruktion von BMW basiert, nimmt Hawthorn trotz seiner Abneigung gegen alles Deutsche in Kauf. Eine gute Entscheidung, denn bereits beim ersten Einsatz in der neuen Fahrzeugklasse fährt der „Farnham-Flyer“ als Erster ins Ziel und sichert sich damit den „F2 Lavant Cup“.

Am gleichen Tag findet in Goodwood auch ein Rennen der „Formula Libre“ statt. Dort treten auch Formel-1-Fahrzeuge an, die in der Weltmeisterschaft nicht mehr rennen dürfen. Am Start sind Rennwagen wie der Talbot-Lago T26C oder der ERA-Delage 15-S-8. Hawthorn tritt mit dem Cooper-Bristol an und gewinnt das Rennen um den „Chichester Cup“ überlegen. Als Mike Hawthorn eine Woche später beim Flugplatz-Rennen in Ibsley erneut ein Rennen der „Formula Libre“ für sich entscheidet, ist der Schritt in die Weltmeisterschaft die logische Konsequenz.

… mit 23 tritt Hawthorn in der Königsklasse an

Im Juni 1952 tritt der „Farnham-Flyer“ erstmals bei einem Grand Prix an. Wie später Michael Schumacher stellt sich auch Mike Hawthorn auf der Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps erstmals dem Wettbewerb mit der Weltelite. Bei seinem Grand-Prix-Debüt ist Hawthorn 23 Jahre alt. Heute wäre das keine große Nachricht, aber Anfang der 1950er-Jahre ist das Alter des Piloten eine Sensation. Sicher auch, weil Hawthorn mit seinem fabelhaften vierten Rang im belgischen Regen sofort ein Glanzlicht setzt.

Beim folgenden WM-Rennen auf der wunderschönen Naturrennstrecke von Rouen-les-Essarts stoppt ein Zündungsdefekt die Fahrt. Doch in seinem dritten Formel-1-Rennen fährt Hawthorn in Silverstone mit Platz drei erstmals auf das Podium. In Zandvoort (Niederlande) fährt der Cooper-Pilot als Vierter erneut in die Punkte. Am Ende des Jahres schließt der Debütant die WM-Wertung als Vierter ab. Diese Leistung beeindruckt auch Enzo Ferrari. Der Commendatore lädt den jungen Briten nach Modena ein.

Enzo Ferrari will den Piloten testen … der Pilot will den Ferrari vergleichen

Gemeinsam mit seinem Vater Leslie und dem Cooper-Bristol bricht Hawthorn nach Italien auf. Der Nachwuchspilot besteht darauf, seinen Rennwagen unter identischen Bedingungen mit dem Ferrari Tipo 500 zu vergleichen. Enzo Ferrari reagiert auf diesen Wunsch zunächst verschnupft. Denn in den Augen des Commendatore geht es an diesem Testtag nicht um einen Test des Autos, sondern um den des Piloten.

Die Geschichte löst sich schnell in Wohlgefallen auf. Denn nach den ersten Runden im rund 190 PS starken Ferrari ist der „Farnham-Flyer“ vom Auto überzeugt. Und offensichtlich besteht auch der Nachwuchsfahrer den Test. Mike Hawthorn wird gut bezahlter Werksfahrer bei Ferrari. Damit sitzt Hawthorn in seinem zweiten Jahr in der Königsklasse des Motorsports bereits im besten Auto.

Die Boxen des Circuit de Reims-Gueux – hier feierte Mike Hawthorn 1953 seinen ersten Grand Prix Sieg. (Foto: Karla Schwede)

Mike Hawthorn zahlt das Vertrauen des Commendatore schnell zurück. Denn schon beim vierten WM-Lauf auf dem schnellen Circuit de Reims-Gueux im Frankreich feiert der junge Brite seinen ersten Grand Prix Sieg. Am Ende des Jahres belegt Hawthorn hinter Weltmeister Albert Ascari, dem Maserati-Fahrer Juan Manuel Fangio und seinem eigenen Teamkollegen Dr. Giuseppe Farina Platz vier in der Weltmeisterschaft.

Trotzdem ist der Start bei Ferrari für Hawthorn nicht einfach!

Denn in der Heimat schießt sich die Boulevard-Presse auf den Rennfahrer ein. Für die Zeitungen mit den großen Buchstaben ist Hawthorn ein Vaterlandsverräter, der mit seinem Wechsel nach Italien dem Militärdienst entgehen will. Die Redakteure übersehen, dass die Militär-Ärzte Mike Hawthorn zuvor wegen eines Nierenleidens ausmusterten.

Trotzdem zählt Mike Hawthorn vor der Formel-1-Saison 1954 zum Kreis der WM-Favoriten. Doch im Frühjahr verunglückt der „Farnham-Flyer“ beim nicht zur WM zählenden Grand Prix von Syrakus auf Sizilien schwer. Schwere Verbrennungen fesseln den Briten fast zwei Monate ans Krankenbett. Als Hawthorn endlich ins geliebte Großbritannien zurückkehrt, verunglückt sein Vater Leslie Hawthorn auf der Rückfahrt von einem Rennen in Goodwood tödlich.

Alles zusammen setzt Hawthorn sichtlich zu. Erst beim Saisonfinale in Spanien feiert der Brite endlich seien zweiten Grand-Prix-Sieg. Doch mit einem dritten Platz in der WM-Wertung bleibt Hawthorn hinter den eigenen Erwartungen zurück. Hawthorn verlässt Ferrari und wechselt zum jungen britischen Vanwall-Team. Doch das Team kann die Ansprüche des Grand-Prix-Siegers nicht erfüllen.

Bei den Rennen in Monaco und Spa-Francorchamps fällt Hawthorn mit Defekten aus. Der Brite erkennt, dass der Wechsel in das Team von Tony Vandervell ein Fehler war. Denn dessen Vanwall Special ist im Kampf um die WM eine stumpfe Waffe. Der auf vier Einzylinder-Motorrad-Motoren von Norton basierender Vanwall-Vierzylinder kann den Motoren von Mercedes, Lancia und Ferrari nicht das Wasser reichen.

Hawthorn erkennt seinen Fehler und kehrt im Sommer zu Ferrari zurück. Doch auch in drei Rennen für die Scuderia Ferrari bleibt Hawthorn 1955 punktlos. Nur bei der nicht zur WM-zählenden London Trophy in Crystal Palace fährt Hawthorn zum Sieg. Interessanterweise steuert der Brite dabei einen Maserati 250F, den die Stirling Moss Ltd. einsetzt.

1955 ist auch die Katastrophe von Le Mans

Wie schon in den Vorjahren fährt Mike Hawthorn 1955 auch Sportwagen-Rennen. Nach dem vorläufigen Abschied von Ferrari tritt der Brite im Sportwagen für Jaguar an. Im Frühjahr gewinnt Hawthorn zusammen mit dem Amerikaner Phil Walters im Jaguar D-Type die 12-Stunden von Sebring. Den Einsatz in Florida koordiniert der legendäre Briggs Cunningham für Jaguar.

Im Sommer tritt das Werk in Le Mans an. Zum Fahrerkader gehört auch Mike Hawthorn. Der Brite teilt sich das Cockpit des offenen Sportwagens mit Ivor Bueb. Jaguar geht als Aussenseiter ins Rennen. Denn der Mercedes 300 SLR gilt überlegen. Zudem teilen sich bei Mercedes Stirling Moss und Juan Manuel Fangio ein Cockpit. Auch das sprach für Mercedes.

Jaguar D-Type, Baujahr 1955
Mit so einem Jaguar D-Type trat Mike Hawthorn 1955 in Le Mans an. (Foto: Tom Schwede)

Als Startfahrer bei Jaguar schlägt Mike Hawthorn sofort ein hohes Tempo an. Doch Juan Manuel Fangio hält im Mercedes von Anfang an energisch dagegen. Nach zwei Rennstunden liegen Fangio und Hawthorn nur wenige Wagenlängen auseinander. Ihre Fahrweise erinnert die Besucher eher an einen Grand Prix als an ein Ausdauerrennen wie die 24-Stunden von Le Mans.

Der Zweikampf führt direkt in die Katastrophe!

Knapp zwei Stunden nach Rennbeginn nähern sich beide Fahrzeuge den Boxen. Zunächst sieht es so aus, dass der Führende Hawthorn in eine weitere Runde aufbrechen will. Denn Hawthorn zieht mit seinen Jaguar auf der linken Fahrspur an Lance Macklins vorbei. Doch kaum hat der Jaguar den überrundeten Austin-Healey passiert, zieht Hawthorn nach rechts und steuert die Boxen an.

Hawthorn hatte beschlossen, doch einen Boxenstopp zu absolvieren. Vermutlich wollte sich der Jaguar-Pilot mit dem plötzlichen Boxenstop einen Vorteil verschaffen. Doch das Manöver misslingt völlig. Denn trotz einer Vollbremsung kommt Hawthorn erst 80 Meter hinter seiner Boxenmannschaft zum Stehen. Alleine dieser Umstand veranschaulicht den Unsinn seines Fahrmanövers eindrucksvoll.

Zudem überfordert Hawthorn mit seinem Manöver auch Lance Macklins. Der geschnittene Brite zieht seinen Austin-Healey nach links, um einen Unfall mit Hawthorn zu vermeiden. Dort will jedoch gerade Mercedes-Pilot Pierre Levegh am Auto von Lance Macklins vorbeiziehen. Der Mercedes und der Austin-Healey kollidieren. Der Mercedes-Benz 300 SLR fliegt brennend auf die Zuschauertribüne. Levegh und 83 Zuschauer sterben.

Die Verantwortlichen des ACO brechen das Rennen nicht ab. Sie argumentieren, dass nur der Rennbetrieb den Rettungskräften freie Fahrt ermöglicht. Mercedes nimmt seine Rennwagen aus Respekt vor den Toten und Verletzten dieses Tages in der Nacht aus dem Rennen. Mike Hawthorn und Ivor Bueb gewinnen für Jaguar das Rennen.

Doch allen ist klar, es war Mike Hawthorn, der mit einem impulsiven Manöver am 14. Juni 1955 die Katastrophe von Le Mans auslöste. Hawthorn gilt bei den Fans an den Strecken bis zu seinem Tod gut vier Jahre später weltweit als eher unbeliebt. Selbst in seiner britischen Heimat schränkt die grob fahrlässige Aktion von Le Mans den Kreis der Hawthorn-Fans in den folgenden Jahren deutlich ein.

Rückkehr in die Formel 1

1956 ist ein Wanderjahr. Der Brite fährt in der Formel 1 für die Owen Racing Organisation und Vandervell Products. Dabei sitzt Hawthorn in Fahrzeugen von Maserati, BRM und Vanwall, die dem Talent des Piloten nicht standhalten. Denn das Talent von Mike Hawthorn bestreiten auch die größten Kritiker nicht. Zudem hat das Fahrerlager ein ganz anderes Bild vom Briten als die Öffentlichkeit.

Die Öffentlichkeit sieht, dass Hawthorn stets mit Fliege oder Krawatte sowie weißem Hemd und weißer Hose in seine Rennwagens steigt. Zudem gibt sich der Brite bei Interviews oder anderen Terminen in der Regel gefühlskalt und unnahbar. Das bestätigt das Bild vom rücksichtslosen Draufgänger. Doch im Fahrerlager gilt Hawthorn als Partylöwe und „prankster“ (Scherzbold).

An Renntagen feiert der Brite gern und intensiv. Schon 1954 kommt in Frankreich aus einer Verbindung mit Jacqueline Delaunay Hawthorns Sohn Arnaud Michael Delaunay zur Welt. Auch bei anderen Gelegenheiten ist Mike Hawthorn kein Kind von Traurigkeit und findet trotz aller Ablenkungen auch auf der Strecke schließlich zu alter Form zurück.

1957 sitzt Mike Hawthorn wieder im Ferrari

Doch das zweite Comeback im alten Team ist zunächst nicht einfach. Denn hinter Maserati und Vanwall ist Ferrari 1957 nur dritte Kraft. Wobei die Kontrahenten auch davon profitieren, dass ihre Spitzenpiloten Fangio (Maserati) und Moss (Vanwall) im Team die unangefochtene Nummer eins sein. Bei Ferrari kämpfen neben Mike Hawthorn auch dessen Freund Peter Collins und der Italiener Luigi Musso um diesen Status.

Mike Hawthorn (vorne) und Peter Collins im Ferrari 801 beim Großen Preis von Deutschland 1957
Mike Hawthorn (vorne) und Peter Collins im Ferrari 801 beim Großen Preis von Deutschland 1957 (Foto: Willy Pragher,  Landesarchiv Baden-Württemberg, CC3.0)

Ein Jahr später ist Stirling Moss, der jetzt in einem Cooper-Climax sitzt, der Schnellste. Mike Hawthorn und Ferrari setzen der Geschwindigkeit des britischen Duos Beständigkeit entgegen. Moss gewinnt zwar vier der elf Saisonrennen, bleibt jedoch auch sechsmal ohne Punkte. Hawthorn gewinnt in Frankreich und holt sich fünfmal den zweiten Platz. Am Ende stehen 42 Punkte auf dem Konto des Ferrari-Piloten. Moss kommt nur auf 41 Punkte und wird Vize-Weltmeister.

Der „Farnham-Flyer“ ist damit Weltmeister!

Auf dem Weg zum Titel profitiert Mike Hawthorn übrigens von der besonderen Fairness seines britischen Landsmanns. Denn beim Grand Prix von Portugal wollen die Sportkommissare Hawthorn nach einem Dreher disqualifizieren. Moss setzt sich für den Kontrahenten ein und verhindert damit die Disqualifikation.

Wenn ich mich nicht so für ihn eingesetzt hätte, wäre ich jetzt Champion. Aber ich würde das jederzeit wieder tun, weil es fair war.

Stirling Moss, 1958

Doch trotz des WM-Gewinns zieht sich Mike Hawthorn am Ende des Jahres offiziell vom Motorsport zurück. Der Brite, der wie Keke Rosberg seinen Titel mit nur einem Saisonsieg feierte, tritt wie Nico Rosberg als Weltmeister vom aktiven Sport zurück. Beide verbindet, dass sie nach dem Gewinn des Titels wissen, wie schwierig die Verteidigung des Titels geworden wäre.

Doch während Nico Rosberg vor Lewis Hamilton „kniff“, kapitulierte Hawthorn vor seinem Körper. Nach dem Unfalltod wurde öffentlich, dass der Brite an Nierenkrebs litt. Zum Zeitpunkt des Unfalls betrug seine Lebenserwartung nach Einschätzung der Mediziner nur noch rund 18 Monate. Zudem verlor Hawthorn auf dem Weg zum Titel 1958 mit Luigi Musso und Peter Collins seine engsten Freunde im Fahrerlager bei Rennunfällen. Unter diesen Umständen sah Hawthorn seinen Sport als sinnlos an.

Der tödliche Unfall im Straßenverkehr

Doch auch nach dem Rücktritt vom aktiven Motorsport blieb Hawthorn ein Draufgänger. Im Januar 1959 lief Mike Hawthorn bei starkem Regen mit seinem Jaguar 3.4 Liter MK1 auf ein anderes Auto auf. Am Steuer des Mercedes-Benz 300 SL erkannte Hawthorn den schottischen Rennstallbesitzer Rob Walker. Hawthorn überholte den Mercedes.

Walker hielt – trotz der Tatsache, dass beide auf einer Umgehungsstraße bei Guildford im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs waren – kurz dagegen, musste jedoch schnell die Überlegenheit des ehemaligen Rennfahrers anerkennen. Hawthorn zog davon und verlor wenige Meter später in einer Links-Kurve die Gewalt über seinen Wagen.

Ein Baum beendete die Vorwärtsbewegung des Jaguar abrupt, tragischerweise passierte der Unfall nur wenige Kilometer von der Unfallstelle von Leslie Hawthorn entfernt. Als Walker das Wrack erreichte, lag Hawthorn sterbend auf dem Rücksitz. John Michael Hawthorn starb am 22. Januar 1959, zweieinhalb Monate vor seinem dreißigsten Geburtstag.


John Michael Hawthorn – geboren 10. April 1929 – gestorben 22. Januar 1959 – fuhr von 1952 bis 1958 insgesamt 45 Grand Prix, gewann davon und sicherte sich 1958 den WM-Titel.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Peter Collins, Juan Manuel Fangio und Mike Hawthorn (von links nach rechts) auf dem Podium beim Großen Preis von Deutschland 1957 am Nürburgring

Foto: Willy Pragher, 4 August 1957 – Creative Commons Attribution 3.0 Unported – Landesarchiv Baden-Württemberg

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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