von Wilhelm C. Droll am 23.04.2026

Als der Peugeot 204 verschwand

1976 lief bei Peugeot die Produktion des 204 aus. Nach gut einem Jahrzehnt verschwand damit ein Modell, das für die Marke weit mehr war als nur ein weiteres Auto im Programm.

Peugeot 204 Coupé bei der Tour Auto 2022

Ein Peugeot 204 Coupé bei der Tour Auto 2022 – es erinnerte daran, dass besonders das von 1967 bis 1970 angebotene Coupé der Baureihe im Rallye-Sport beliebt war. (Foto: Stellantis)

Denn als der Peugeot 204 auf den Markt kam, besetzte er 1965 die untere Mittelklasse. Dort war der französische Autobauer zuvor zuletzt 1949 vertreten. Das Debüt des 204 war somit in gewisser Weise ein Comeback. Dabei setze Peugeot auf ein modern konstruiertes Fahrzeug. Es war vergleichsweise leicht und vor allem aber ein technischer Neuanfang. Der 204 war der erste Fronttriebler der Marke, hatte einen quer eingebauten Motor – wie es heute Standard ist.

Der Peugeot 204 stand für den leisen Wandel.

Doch während andere Hersteller ihre Innovationen laut inszenierten, setzte Peugeot auf Pragmatismus. Der Frontantrieb war kein Selbstzweck, sondern die logische Antwort auf Platzbedarf, Gewicht und Effizienz. Mit Scheibenbremsen an der Vorderachse zeigte er sich zudem auch bei der Sicherheit auf der Höhe der Zeit. Dazu kam eine Formensprache, die zurückhaltend wirkte, aber gut proportioniert war. Der 204 wollte nicht auffallen. Er wollte funktionieren.

Und genau das machte ihn für viele Käufer attraktiv. Zudem vollzog Peugeot mit dem 204 einen grundlegenden Strategiewechsel. Der Schritt zum Frontantrieb legte die Basis für zahlreiche spätere Modelle. Gleichzeitig bereitete er den Schritt vor, die Marke ab 1972 mit dem Kleinwagen 104 noch weiter nach unten zu öffnen. Doch das Wichtigste war, der Peugeot 204 traf den Nerv der Zeit. In einer Phase wachsender Mobilität bot er moderne Technik in einem zugänglichen Paket.

Peugeot 204

Internationale Polizei-Ausstellung Hannover 1966: Die französische Polizei setzte dort den damals neuen Peugeot 204 ein, um das Konzept eines Verkehrsübungsplatzes vorzuführen (Foto: Detlef Gräfingholt).

Die Stückzahlen spiegelten das wider: Der 204 entwickelte sich zu einem echten Volumenmodell, mehr als 1,6 Millionen Exemplare entstanden von 1965 bis 1976 in der Peugeot-Fabrik in Sausheim bei Mülhausen – im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Um die Stückzahlen zu erreichen, nutzte Peugeot die Plattform des Fahrzeugs konsequent und bot den 204 in zahlreichen Varianten an:

  • Limousine: das klassische Volumenmodell
  • Break: praktisch und beliebt im Alltag
  • Coupé und Cabriolet: elegante Ableger mit eigenständigem Charakter, die jedoch nur vom 1967 bis 1970 im Programm blieben.
  • Kleinlieferwagen Fourgonnette: Der mit drei Türen vor allem Frankreichs Handwerker ansprach.

Technisch blieb der 204 überschaubar, entwickelte sich aber stetig weiter. Die Benzinmotoren gab es ausschließlich mit 1,1 Liter Hubraum. Sie boten je nach Baujahr 53 PS (1965-1969), 55 PS (1969-1975) oder 59 PS (1975-1976) Leistung. Dazu kam 1968 ein 1,3 Liter großer Dieselmotor mit 40 PS Leistung. Damit entstand damals der kleinste Diesel-Pkw der Welt.

Heute steht der Peugeot 204 selten im Rampenlicht.

Denn er ist kein klassischer Sammlerstern und kein Objekt großer Begehrlichkeit. Und doch nimmt er in der Geschichte von Peugeot einen festen Platz ein. Denn mit ihm begann die technische Linie, die die Marke bis heute prägt. Der 204 war kein lauter Pionier. Aber er war einer, der blieb.


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