DAMS GD-01: Ein französischer Traum bleibt in der Boxengasse stehen

Mitte der 1990er-Jahre wollte Jean-Paul Driot mit seinem eigenen Boliden in die Startaufstellung der Formel 1. Warum der DAMS GD-01 trotz solider Technik zu klobig für die Spitze war und warum das Projekt schließlich sang- und klanglos in der Boxengasse endete.

03. Juni 2026 4 Minuten Lesezeit
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DAMS GD-01
Skizze des DAMS GD-01 (Grafik: Joël Thibault – CC BY-SA 4.0).

Der Name DAMS (Driot-Arnoux Motorsport) ist untrennbar mit Erfolgen in den Nachwuchsklassen der Formel 2, Formel 3 und Formel 3000 verbunden. Doch Mitte der 1990er-Jahre wollte Teamgründer Jean-Paul Driot den ultimativen Schritt wagen. Nach mehreren Titeln in der Formel 3000 sollte der DAMS GD-01 das Team in die Königsklasse führen. Der erfahrene britische Rennwagenkonstrukteur Reynard entwarf ein Fahrzeug, das 1995 den Grundstein für den Einstieg in die Weltmeisterschaft legen sollte. Die Herstellung des Monocoques übernahm die Firma SNPE in Lille.

Das Auto war ein typisches Kind seiner Zeit!

Angetrieben von einem Ford Cosworth V8-Motor und ausgestattet mit einem Getriebe von Xtrac, präsentierte sich der GD-01 in einer auffälligen blau-gelben Lackierung. Doch schon bei der offiziellen Vorstellung im Sommer 1995 wurde deutlich, dass das Projekt unter keinem guten Stern stand. Es fehlte an finanzstarken Sponsoren, die das nötige Budget für eine gesamte Saison garantieren konnten. Auch die ersten Testfahrten untermauerten die Skepsis der Fachwelt.

Erik Comas und Jan Lammers testeten den Boliden, doch die Rundenzeiten waren ernüchternd. Dem GD-01 fehlte es an aerodynamischer Effizienz. Das Chassis war im Vergleich zur Konkurrenz von Williams oder Benetton zu klobig. Schon beim ersten Roll-out wirkte der DAMS veraltet. Tatsächlich fehlte dem Boliden in schnellen Kurven der notwendige Anpressdruck. Während andere Teams bereits auf hochkomplexe Windkanalmodelle setzten, wirkte der DAMS-Renner beinahe wie handgezeichnet.

Ohne Speed ist der Einstieg in die Formel 1 sinnlos.

Wie beim späteren Dome-Projekt war auch bei DAMS die fehlende Geschwindigkeit das Todesurteil. In einer Ära, in der sich die Formel 1 rasant weiterentwickelte, hätte die Überarbeitung der Aerodynamik Unmengen an Kapital verschlungen. Da keine großen Geldgeber einsprangen und auch die Unterstützung durch französische Staatskonzerne ausblieb, zog Jean-Paul Driot die Reißleine. Der GD-01 bestritt nie ein offizielles Training zu einem Grand Prix.

Heute erinnert nur noch ein einziges fahrfertiges Chassis an die Ambitionen. Es fand seinen Platz im Museum an der Rennstrecke von Le Mans. Es steht dort als mahnendes Beispiel dafür, dass selbst für ein hochdekoriertes Team aus den Junior-Kategorien der Sprung in die Formel 1 ohne ein prall gefülltes Bankkonto schon in den 1990er-Jahren unmöglich war. DAMS konzentrierte sich in der Folge wieder auf das, was sie am besten konnten: junge Talente auf ihrem Weg nach oben zu begleiten.

Technische Daten

Motor und Antrieb

Chassis und Aerodynamik

Bremsen und Reifen

Einordnung der Technik des DAMS GD-01

Der verwendete Ford Cosworth ED war ein zuverlässiger Kundenmotor, der jedoch deutlich weniger Leistung als die V10-Aggregate von Renault oder die Mercedes-Motoren bereitstellte. Der ED wurde 1995 nur noch von Hinterbänklern wie Minardi, Pacific, Forti und Simtek eingesetzt.

Doch das größte Handicap war das Chassis selbst:

Reynard hatte den GD-01 ursprünglich als eine Art Standard-Chassis konzipiert, das für verschiedene Motoren offen sein sollte. Das machte das Auto im Bereich der Motorabdeckung sowie der Seitenkästen sehr breit und klobig. In der Formel 1 von 1995, in der Teams wie Benetton und Williams bereits extrem filigrane und aerodynamisch optimierte Heckpartien einsetzten, um den Heckflügel optimal anzuströmen. Der DAMS GD-01 war dafür schlichtweg zu massiv gebaut. Dadurch fehlte dem Chassis in den Kurven der nötige Anpressdruck für konkurrenzfähige Rundenzeiten.

Trotzdem hätte der GD-01 fast doch noch sein Debüt gefeiert: Denn das Larrousse-Team wollte ihn Anfang 1995 übernehmen. Doch Jean-Paul Driot blieb hartnäckig, wollte sein Auto nur unter eigener Flagge sehen. So blieb der Bolide, der ursprünglich sogar auf Mugen-Honda-Power gehofft hatte, ein Testobjekt. Zumal die FIA nach den tödlichen Unfälle von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger die Regeln anpasste. Beim Roll-out im Sommer 1995 entsprach der GD-01 nicht dem aktuellen Sicherheitsreglement. Für ein echtes Rennen hätte der Bolide aufwendig modifiziert werden müssen.

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