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Ein Renault 5, ein Frontspoiler und eine mobile Chill-out-Lounge

Monaco 1978: Nachdem auf der Strecke künftige Formel-1-Stars um ihre Karriere kämpfen, machte es sich ein junger Mann auf der Motorhaube eines Renault 5 gemütlich. Ein Foto voller Zeitgeist, Coolness und Motorsport-Geschichte.

Tom Schwede
Von Tom Schwede
01. September 2026 3 Minuten Lesezeit
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Auch 1978 dröhnten durch die engen Straßen des Fürstentums nicht nur die Grand Prix-Boliden. Im Gegenteil, für Insider war das Schaulaufen der Stars von morgen im Formel 3-Rennen fast genauso wichtig wie der Grand Prix. Denn die Namen derer, die in diesem Rennen überzeugten, landeten augenblicklich in den Notizbüchern der Formel 1-Teamchefs. Monaco war die Visitenkarte für die Zukunft. Das mag heute selbstverständlich klingen. Doch damals fuhr die Elite der Formel 3 nicht jedes Wochenende im Rahmenprogramm der Königsklasse.

Und mittendrin entstand dieses Foto:

Monaco 1978

Ein Renault 5, der Frontspoiler von Derek Warwicks Formel-3-Rennwagen und jede Menge Coolness. Ein ungewöhnlicher Blick hinter die Kulissen des wichtigsten Nachwuchsrennens seiner Zeit. (Foto: Archiv AutoNatives.de)

Eigentlich zeigt es nichts Spektakuläres. Keinen Drift. Kein Überholmanöver. Und auch keinen Sieger auf dem Podium. Stattdessen sehen wir „nur“ einen jungen Mann, der mit bemerkenswerter Gelassenheit auf der Motorhaube eines Renault 5 sitzt. Die Beine ausgestreckt, die Arme locker abgelegt, eine getönte Brille auf der Nase und die Kappe des Reifenherstellers Goodyear tief ins Gesicht gezogen. Hinter ihm ruht auf dem Dach des Kleinwagens die gewaltige Fronthaube des Ralt RT1/77 von Derek Warwick, der in Monaco für das Motorenöl „BP VF7“ warb.

Die Fangzäune und Leitplanken im Hintergrund belegen, der Renault ist auf der Strecke unterwegs. Vermutlich nach dem Rennen. Denn damals wie heute lag das Fahrerlager der Nachwuchsklassen am Stadtrand. Doch losgelöst davon: Mehr 1978 als auf diesem Foto geht kaum. Der Renault 5 war damals das, was heute vielleicht ein VW Up! oder ein Smart ist: ein praktischer Kleinwagen für den Alltag. Doch an diesem Tag dient er als mobile Chill-out-Lounge.

Denn die Haltung signalisiert unmissverständlich: Die Welt kann warten.

Dabei war das Formel-3-Rennen von Monaco alles andere als entspannt. 1978 standen neben Derek Warwick weitere Piloten am Start, die später Motorsportgeschichte schreiben sollten. Der Sieg ging an den Italiener Elio de Angelis. Für den späteren Grand-Prix-Sieger war der Sieg in Monaco ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Königsklasse. Ebenfalls im Feld unterwegs war Alain Prost. Der spätere viermalige Formel-1-Weltmeister schrieb auch im Duell mit Ayrton Senna Sportgeschichte.

Das Formel 3-Rennen in Monaco galt damals als inoffizielle Formel-3-Weltmeisterschaft. Wer nach oben wollte, der musste hier fahren und Erfahrung auf einem der schwierigsten Stadtkurse Europas sammeln. Monaco war keine Kür, sondern eine Prüfung. Und genau deshalb ist dieses Bild so faszinierend. Denn es erzählt nicht vom Rennen selbst, sondern von der Welt drumherum. Von Mechanikern, Helfern, Freunden und Enthusiasten, von Menschen, die tagelang durch Europa reisten, um Teil dieses Zirkus zu sein.

Cooler war Motorsport wohl nie!

Es entstand in einer Zeit, in der ein Renault 5 genügte, um mitten im Glamour von Monaco seinen Platz zu finden. Und Hand aufs Herz: Wer würde nicht gerne für einen Moment mit diesem jungen Mann tauschen? Monaco, Formel 3 und absolut kein Grund, sich zu beeilen. Stattdessen demonstriert hier jemand eine Coolness, die selbst die Fahrer kaum übertreffen konnten. Das ist Motorsport der 1970er-Jahre in einem einzigen Bild.


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