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Der Bertone Runabout: Die Studie hinter Countach und Fiat X1/9

Bertone stellte Anfang des Jahres seinen neuen Runabout vor. Der auf 25 Exemplare limitierte Sportwagen bezieht sich auf den historischen Bertone Runabout.

17. August 2026 3 Minuten Lesezeit
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Bertone Runabout von 1969
Bertone Runabout von 1969: Die Studie gilt heute als Vorbild für den Fiat X1/9 (Foto: Bertone)

Obwohl oft unterschätzt, zählt der Bertone Runabout von 1969 zu den wichtigsten Concept Cars der Automobilgeschichte. Denn der kleine Sportwagen war weit mehr als „nur“ irgendeine Designstudie. Der große Marcello Gandini schuf mit ihm auf Basis des Autobianchi A112 eine Formensprache, die viele Sportwagen der 1970er-Jahre nachhaltig beeinflussen sollte.

Denn wer weiß, ob es Autos wie den Lancia Stratos Zero, den Lamborghini Countach oder – um etwas ziviler zu bleiben – den Fiat X1/9 ohne den Runabout überhaupt gegeben hätte. Gerade der kleine Fiat wirkt heute noch wie ein erwachsener Bruder des Runabout, den Bertone auf dem 51. Turiner Autosalon (Salone dell’Automobile di Torino) am 29. Oktober 1969 ins Scheinwerferlicht rollte.

Wobei damals viele Designer mit extrem flachen und kantigen Fahrzeugen experimentierten. Sie verabschiedeten sich von den rundlichen Formen der 1960er-Jahre und entdeckten das kantige Keildesign für sich. Doch während viele der damaligen Studien futuristisch und kaum fahrbereit waren, war der Runabout tatsächlich ein funktionierendes Auto.

Seine Bodengruppe und das Fahrwerk stammten von Autobianchi. Doch statt auf Frontantrieb setzte die Studie dank eines quer eingebauten Mittelmotors auf den Antrieb der Hinterräder. Den übernahm der damals neue 1,1-Liter-SOHC-Motor des Fiat 128. Das machte den Runabout nebenbei zum kleinen Vetter des Lamborghini Miura, teilen sich doch beide einen quer eingebauten Mittelmotor und den Designer.

Optisch wirkt der Runabout wie ein kleines Rennboot auf Rädern. Aus dem Bootsbau stammt auch sein Name, der im Wassersport für kleine, schnelle Freizeitboote steht. Genau dieses Thema griff Gandini auf:

So entstand eine extrem niedrige Keilform, deren vollständig offene Karosserie ohne Windschutzscheibe auskam. Stattdessen gab es nur einen kleinen Windabweiser.

Hinter den beiden Sitzen befand sich ein Überrollbügel. In dessen Verkleidung integrierte Marcello Gandini zwei große Lufteinlässe, um den Motor mit Kühlluft und Frischluft zu versorgen. Solche „Ohren“ sollten, nachdem die FISA die großen Lufthutzen über den Köpfen der Piloten verboten hatte, einige Jahre später zum Erscheinungsbild der Formel 1 gehören. Aber das ahnte 1969 wohl noch niemand.

Das ebenfalls klar an ein Boot erinnernde Heck, die scharfen geometrischen Linien und die orangefarbene Lackierung setzten zusätzliche Akzente. Um Höhe zu sparen, positionierte Marcello Gandini die Scheinwerfer des Runabout sehr weit unten. Da sie dort dem Risiko von Steinschlägen ausgesetzt waren, ließen sie sich im ausgeschalteten Zustand nach innen wegdrehen.

Viele der Ideen des Runabout sollten später in mehreren Serienfahrzeugen auftauchen. Am stärksten von ihm inspiriert war der Fiat X1/9, der neben der Keilform gleich auch den Mittelmotor, die kompakten Abmessungen, die geometrische Linienführung sowie den Überrollbügel übernahm. Auch wenn heute alle Beteiligten Wert auf die technisch eigenständige Entwicklung des X1/9 legen: Die Ähnlichkeit ist offensichtlich.

Heute gehört der originale Runabout zu Bertones bedeutendsten Konzeptfahrzeugen. Es überrascht daher nicht, dass der jüngst vorgestellte neue Bertone Runabout nicht nur den Namen aufgreift. Mit seiner markanten Keilform, der durchgehenden Gürtellinie, der offenen Karosserie und den maritimen Anklängen übernimmt er viel vom Original, holt es mit deutlich moderneren Proportionen und Technik jedoch klar in die Gegenwart.


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