
Denn in dem Audi sorgt schon ab 1975 der später legendäre GTI-Motor mit der Bosch K-Jetronic Einspritzung für Vortrieb. Grundlage des Triebwerks ist der neu konstruierte Motor mit dem Entwicklungscode EA827. Dieser Motor wurde schnell zum Herzstück des sich in den 1970er-Jahren erneuernden VW-Konzerns. Denn nach dem Audi 80 trieb EA827 auch dessen Bruder Passat sowie den VW Golf an. Später folgten der Scirocco, der Polo und fast alle anderen Modelle bei Volkswagen. Auch im Golf GTI G60, mit dem Karla und ich im vergangenen Jahr bei einer Oldtimer-Rallye unterwegs waren, steckte ein Motorblock dieser Motoren-Baureihe.
Das Aggregat EA827 verfügte beim Debüt über eine obenliegende Nockenwelle und Tassenstößel. Die Gemischaufbereitung übernahm ein Vergaser. Im GTE wich der Pierburg-Vergaser der normalerweise 85 PS starken 1,6-Liter großen Motorvariante des EA827 einer K-Jetronic. Mit dieser mechanischen Einspritzanlage stieg die Leistung des Aggregats auf 110 PS beziehungsweise 81 Kilowatt. Die Nenndrehzahl lag bei – damals – sportlichen 6.100 Umdrehungen pro Minute. Das Drehmoment stieg von 121 Newtonmetern auf 137 Newtonmeter, die der Vierzylinder bei 5.000 Touren auf seine Kurbelwelle stemmte. Die Zahlen zeigen, wer mit dem GTE fix unterwegs sein wollte, der benötigte Drehzahl. Wohl auch deshalb galt der GTE als Krawallbruder des ansonsten eher braven Audi 80.
Der Motor des Audi 80 GTE macht den Golf zum GTI!
Auch bei VW gilt es Pläne für einen Sport-Golf. Die Techniker verpflanzen ein Jahr nach dem Debüt des GTE dessen Einspritzer in den Golf. Die Idee funktioniert von der ersten Sekunde an. Denn ursprünglich plante VW nur eine Sonderserie von 5.000 Exemplaren, um die Homologationsvorschriften der damaligen Gruppe 1 beziehungsweise Gruppe 2 im Motorsport zu erfüllen. Doch die Kunden rißen den Händlern den GTI förmlich aus den Händen. Schon 1977 wurden alleine in Deutschland mehr als 21.000 GTI zugelassen. Zwei Jahre später waren es sogar fast 32.000 Exemplare. Damit ließ der Golf GTI den Audi 80 GTE deutlich hinter sich. Womit wohl klar ist, warum heute fast jeder den GTI, aber nur wenige den GTE kennen.
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