Geboren am 19. April 1940, wächst Kurt Ahrens in Braunschweig auf. Motorsport liegt bei den Ahrens’ in der Familie: Schon Vater Kurt Ahrens senior dreht erfolgreich am Lenkrad. Der Junior zeigt früh, wie es geht – als Artist auf zwei Rädern in den Pausen norddeutscher Rennen. Da ist er noch Grundschüler. Mit 18 Jahren gibt Ahrens sein Debüt im Formel-3-Rennwagen – am 4. Mai 1958 auf der Grasbahn des Kieler Nordmarksportfelds.
Zunächst fährt der Junior dem Senior noch hinterher – doch das ändert sich schnell.
Der Einstand typisch norddeutsch: unspektakulär, aber prägend. Er fährt hinter seinem Vater her und schaut sich die Sache an. Doch schon beim zweiten Versuch lässt der Sohn den Vater hinter sich. 1961 und 1963 wird Ahrens Deutscher Meister in der Formel Junior. 1965 folgt der Titel in der Formel 3. Dazu überzeugt der Braunschweiger auch international: In der Formel 2 misst er sich mit Größen wie Rindt, Stewart, Hill und Clark – und hält mit.

Ein Auftritt im „Sportstudio“ neben Jim Clark? Für Ahrens kein Grund, nervös zu werden. Für uns heute ein Dokument der Zeitgeschichte. Insbesondere da Clark am nächsten Tag tödlich verunglückt. Kurt Ahrens fährt Tourenwagen, Sportwagen, Formel-Renner – und gewinnt. Er startet für Abarth, später für Porsche. Der 917? Für viele ein Biest. Für Ahrens: eine Herausforderung, der er sich stellt – in Le Mans, in Spa-Franchorchamps, auf dem Österreichring.
Kurt Ahrens macht aus dem Porsche 917 einen Sieger!
1969 feiert der Braunschweiger mit Jo Siffert in Zeltweg den ersten Gesamtsieg für den 917 – ein Sieg, der Projekt, Ferdinand Piëch und vielleicht sogar Porsche rettet. Denn dem Rest der Porsche-Familie war das, was der Enkel des Gründers in der Sportabteilung trieb, längst zu teuer. Nach dem Sieg am Österreichring darf Piëch weitermachen.

Ein Jahr später holt Ahrens mit Vic Elford den Sieg beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring. In Le Mans 1970 sind sie mit dem 917L die Schnellsten im Training. Auch das Rennen führen sie lange an. Doch nach 18 Stunden ist Schluss: Motorschaden. Den ersten Le-Mans-Gesamtsieg für Porsche fahren Hans Herrmann und Richard Attwood ein. Aber Ahrens? Der bleibt unvergessen. Denn alle wissen, dass es der Norddeutsche war, der dem 917 das Laufen beibrachte.
Im selben Jahr zieht sich Ahrens zurück!
Heute sagt der Braunschweiger dazu: „Ich wollte überleben.“ Zeitgleich zieht sich auch Hans Herrmann zurück. Beide hören Ende 1970 auf und sind bis heute eng befreundet. Der eine wurde Legende, der andere Held der Herzen. Und das mit Recht. Dabei war Kurt Ahrens nie Vollprofi. Er arbeitete im elterlichen Betrieb, montags bediente der Rennfahrer auf dem Schrottplatz der Familie wieder den Krahn.

Vielleicht erklärt das seine Haltung zum Motorsport besser als jede Statistik. Ich durfte Kurt Ahrens in den letzten Jahren mehrfach treffen. Ein Mann, der nicht viel Aufhebens um sich macht – aber ein Publikum mit Geschichten fesseln kann. In diesen Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum 85. Geburtstag, Kurt!

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