
Das Unternehmen, das heute den 7. März 1916 als sein Gründungsdatum versteht, traf der Zweite Weltkrieg hart. 1945 war das BMW-Stammwerk in München fast völlig zerstört. Das Automobilwerk in Eisenach brachten die sowjetischen Besatzer unter ihre Kontrolle. Das war ein Problem, da bis 1945 kein Auto des Hauses in München entstand. BMW hielt sich mit der Produktion von Motorrädern, Kochtöpfen und Fahrzeugbremsen über Wasser. Das erste Nachkriegsauto des Hauses kam mit dem BMW 501 erst 1951 auf den Markt. Den exklusiven Oberklassewagen trieb zunächst ein Sechszylindermotor an. Drei Jahre später folgte ein aus Leichtmetall gefertigter V8-Motor. Der V8 beschleunigte den jetzt 502 getauften Wagen auf bis zu 160 km/h Spitze.
Doch die Produktion des „Barockengels“ war extrem aufwändig. Der Autobauer verlor mit jedem Auto Geld. Vermutlich lag der Fehlbetrag pro Auto sogar bei mehreren Tausend DM. Die Firma verbrannte Geld. Gleichzeitig ging der Motorrad-Absatz zurück. Denn mit dem Wirtschaftswunder wurde das Auto langsam für viele erschwinglich. Der ab 1955 mit einer Lizenz der italienischen Firma Iso Rivolta hergestellte Kleinstwagen Isetta sollte gegensteuern. Doch das klappte nicht. Das Unternehmen schrieb in den Geschäftsjahren 1958 und 1959 tief rote Zahlen. Es drohte eine Pleite. Zur Hauptversammlung am 9. Dezember 1959 lag – nach Vermittlung der Deutschen Bank – ein Übernahmeangebot der Daimler-Benz AG vor. Doch das Angebot fand nicht die Mehrheit der Aktionäre. So blieb der Autobauer selbständig.
Herbert Quandt legte einen alternativen Rettungsplan vor!
Herbert Quandt schlug vor, nach einem Kapitalschnitt sofort eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Dabei bot der Industrielle aus Bad Homburg an, alle nicht gezeichneten Aktien aus der Kapitalerhöhung zu übernehmen. Am 30. November 1960 nahmen die Aktionäre diesen Plan an. Quandt hielt anschließend rund 60% der Aktien und war damit der Großaktionär des Unternehmens. Der Rettungsplan ermöglichte dem Autobauer einen fast nicht mehr für möglich gehaltenen Neustart.

Im Vorfeld eines Festakts auf der Theresienhöhe betonte der Vorsitzende des Aufsichtsrates der BMW AG, Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg: „Herbert Quandt hat mit seinem unternehmerischen Gespür und seiner Fähigkeit zu mutigen Entscheidungen damals die Weichen für unser Unternehmen neu gestellt und die Eigenständigkeit von BMW gesichert“. Grundlage des Erfolgs wurde de imit dem Geld aus der Kapitalerhöhung entwickelte „Neue Klasse“. Der kompakte und dynamische Mittelklassewagen brachte den Durchbruch. 1961 stellte das Unternehmen den BMW 1500 vor.
Die „Neue Klasse“ brachte die Wende!
Kurz darauf ergänzte der Autobauer seine „Neue Klasse“ um die Modelle 1600, 1800 und 2000. 1964 entstand der bis heute gern genutzte Slogan von der „Freude am Fahren“. Mit den 1966 vorgestellten „Null-Zwei“-Typen 1602, 1802, 2002, 2002ti/tii gewann der Wiederaufstieg weitere Fahrt. Er setzte sich – trotz zwischenzeitlicher Rückschlägen – schließlich bis zum heutigen Tage fort. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich von 6.900 im Jahr 1959 auf heute rund 96.000. Gleichzeitig stieg die Zahl der pro Jahr verkauften Fahrzeuge von damals 42.000 auf heute mehr als 1,4 Mio. Automobile.

Der Festakt auf der Theresienhöhe fand übrigens an dem Ort statt, an dem am 9. Dezember 1959 die Aktionäre die Übernahme durch Daimler-Benz ablehnten. Unter dem Motto „Meilensteine der Freude. BMW auf dem Weg in die Zukunft“ erinnerten neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Dr. Milberg auch der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Dr. Norbert Reithofer, sowie der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Manfred Schoch an die Ereignisse rund um den Neustart des Unternehmens. Der Motorsport-Unternehmer Stefan Quandt ging zudem auf die historische Beziehung der Familie Quandt zum Autobauer ein.
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